Frohe Weihnachten!
Hallo erstmal! Nach sehr langer Zeit melde ich mich wieder, liegt aber nicht daran, dass es nichts zu berichten gibt. Ganz im Gegenteil. Aber es gab halt keine Moeglichkeit vernuenftig ins Internet zu kommen.
In Brastagi, wo sie mich bestohlen haben, habe ich dann am naechsten Tag zusammen mit einem jungen Schneider unter meiner Anleitung einen neuen Huettenschlafsack genaeht. Konnte diesmal sogar meine "Sonderwuensche" beruecksichtigen, nur Seide konnte ich dann doch keine bekommen... Aber egal, in der Nacht gings dann zu einem der beiden Vulkane los. Als ich um 22h ins Bett bin hats noch geregnet, aber als mich dann mein wecker um 2h morgens weckte, konnte man sogar teilweise einen Blick auf den Sternenhimmel erhaschen. Also gings recht warm eingepackt los, im Dunkel und alleine. Im Reisefuehrer steht, dass man den Aufstieg auf keinen Fall allein unternehmen sollte, und am besten einen Guide engagiert, aber der Deutsche, den ich getroffen hatte, und am Tag zuvor oben war, meinte kein Problem. Da der groesste Teil des Weges asphaltiert war, bin ich die ersten 2 Stunden sogar ganz ohne meine Taschenlampe gelaufen. Nur wenn mal wieder einer der vielen Hunde gebellt hat, hab ich nachgeschaut, wo und was fuer einer das denn ist. Aber Hunde die bellen, beissen ja bekanntlich nicht. Das war dann auch schon der gefaehrlichste Teil, denn danach musste ich zwar meine Taschenlampe benutzen, aber es gab keine Hunde mehr, und es gab sogar teils weggeschwemmte Betonstufen die wohl mal eine Treppe geformt haben. Oben am Krater des Vulkans angekommen habe ich den weg dann irgendwie verloren, so dass ich auf eigene Faust den steilen Kraterrand hochgeklettert bin. Oben angekommn, war ich dann doch sehr ueberrascht, dass ich Gitarrenklaenge vernehmen konnte. Einige Stunden vor mir hatte sich eine lokale Jugendgruppe auch auf den Wg gemacht, und sogar Kohle fuer ein paar kleine Feuerchen dabei gehabt. Von dem Vulkan aus konnten wir unten das herrliche Lichtermeer der Stadt und Umgebung sehen. Der Sonnenaufgang ging dann leider in den Wolken etwas unter, wir waren aber froh als die Sonne dann relativ schnell hoch am Himmel stand, weils dann endlich etwas waermer wurden. Auf dem Rueckweg bin ich dann noch an den heissen Quellen vorbei, und habe ein wirklic gemuetliches Bad genommen. Tut schon gut nach all den sonst kalten Duschen in wirklich heissem Wasser zu liegen.
Der naechste Stopp war dann am Lake Toba, dem groessten Kratersee der Welt, und dem tiefsten See der Welt. In einer riesen Explosion wurde der Krater vor vielen Jahren geformt, und in der Mitte des riesen Sees ist eine Insel, die so gross wie Sinapur ist. Und genau auf dieser Insel hab ich ein paar Tage verbracht. An einem Tag habe ich eine kleine Radtour in die angrenzenden Doerfer gemacht, und dort die historischen Graeber und Hauser des alten Koenigs angeschaut. Die Batak-People, die dort leben, haben ihr eigene Sprache, und sind alles Christen. Am naechsten Tag hab ich mir dann ein Motorrad geliehen, und bin um die halbe Insel rumgefahren, zu weitern heissen Quellen. Die waren aber noch waermer, und vor allem sauberer als die in Brastagi. Aber das beste an dem Ausflug waren die herrlichen Aussichten auf den See, und wie bestellt, ist das Wetter auch besser geworden. Beim Heizen merkt man die Sonne allerdings nicht so stark, so dass ich am Abend mit einem Sonenstich und einem fetten Sonnenbrand auf der Stirn zurueckgekommen bin. Meine Sonnencreme ist aber in den Tiefen des Rucksacks verstaut, weil ich mich inzwischen um einen Sonnenbrand nicht mehr wirklich sorgen brauche - Ausnahmen bestaetigen die Regel.
Heute bin ich dann nach 20h statt 12h Busfahrt in Bukittingi, West Sumatra angekommen. Unterwegs mussten wir erst warten, bis die Strasse nach einem Erdrutsch wieder freigeraeumt wurde, und dann war an unserem Bus noch was mit der Lenkung nicht in Ordnung. Da hier aber alle Busfahrer gleichzeitig ihre eigenen Mechaniker sind, konnten wir nach einer weiteren Pause dann doch Problemlos durch das Gebirge ueber den Pass fahren. Um 12:42h Ortszeit habe ich dann den Aequator uberquert. Zwar nicht zu Fuss, wie vorgenommen, aber immerhin auf dem Landweg. Bin ja schon zwei mal druebergeflogen. Jetzt bin ich als wieder auf der "anderen Seite" der Welt. Hier herrscht aber auch wieder angenehm kuehles Wetter, so dass ich mich vermutlich an die Hitze auf Bali erstmal wieder gewohnen muss. da geht's naemlich, allen Terrorwarnungen zum Trotz, fuer Silvester hin. Dort werd ich dann einen Reisebekannten aus USA treffen, der dort mit seinem Bruder und Freunden feiert. Anschliessend will ich dann noch ne gute Woch in Java verbringen, bis es dann nach Bangkok und Umgebung geht.
Gruss,
ro
Natur pur! Und andere Ueberraschungen…
Nun bin ich also in Indonesien. Heute hab ich dann nach ueber einer Woche das erste mal die Moeglichkeit, ins Internet zu kommen. Ausser in Medan, der groessten Stadt auf Sumatra mit ca. 3 Millionen Einwohnern, gibt es sonst nicht wirklich viel westliche Zivilisation. Ein 5-minuetiges Telefongespraech nach Deutschland kostet 5 Euro. Fuer dasselbe Geld hat mein Bus letztens 35 Liter Diesel getankt.
Mein erster Stop war in Bukit Lawang. Dieser kleine Ort wurde vor einem Jahr von einer Springflut ueberrascht. Auf Fuenf Meter ueber Normalpegel ist der Fluss damals angeschwollen. Viele Bewohner wurden davon ueberrascht, und sind in den Fluten umgekommen. Fast alle Gaestehaeuser wurden weggeschpuelt, oder zumindest stark beschaedigt. Inzwischen gibt es wieder 3-4 Uebernachtungsmoeglichkeiten. Auf meinem 2-taegigen Jungle-Trek habe ich am ersten Tag die Haupattraktion von Bukit Lawang gesehen: Orang Utans. Es gibt zwar auch eine ?Feeding Station? wo jeden Tag ein paar Orang Utans vorbeikommen, aber im wilden Dschungel kann man sie normalerweise nur hoch in den Baeumen sehen. So wars dann auch mit den ersten 4 (jeweils mit Baby am Bauch), aber spaeter war hatte ich wirklich Glueck. Neben dem Weg raschelte es, und nach ein paar Minuten warten kamen nochmal 2 (wieder mit Baby) hinter den Blaettern zum Vorschein. Unser Guide musste uns sogar zurueckrufen, weil ein Orang Utan bis auf Reichweite von uns war. Die Fotos kann ich leider hier nicht hochladen ? wuerde vermutlich Tage brauchen ![]()
Der naechte Stop war eigentlich nicht geplant, wurde mir aber in Ubkit Lawang waermstens empfohlen, also bin ich da hin. Wenn ein Ort nicht im Reisefuehrer steht, kann das eigentlich nur heissen, dass man dort kaum Touristen antrifft. Und so wars dann auch, denn ich war der einzige Tourist im ganzen Ort. Neben Ausspannen und ein bischen im Jungel rumlaufen, in heissen Quellen baden und mich am Fluss sonnen hab ich einen weiteren Dschungelbewohner Sumatras kennengelernt. Fuer eine Stunde habe ich auf einem Elefant zuerst den Fluss durchquert und dann noch ne Runde durch den Dschungel gedreht ? natuerlich nicht alleine, weil nen Elefanten zu reiten ist glaub ich nicht so einfach wie ein dressiertes Pferd zu reiten.
Inzwischen bin ich weiter in Richtung Sueden gereist, und habe am Fusse zweier grossen Vulkane Halt gemacht. Das Klima ist hier, wie auch im Dschungel, angenehm kuehl. Morgen will ich bei Sonnenaufgang auf dem kleineren, 2000m hohen Vulkan sein. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Aber die Regenzeit neigt sich dem Ende zu, so dass ich ab und zu auch einen regenfreien Tag habe.
Gestern habe ich dann meine erste schlechte Erfahrung auf meiner jetzt schon langen Reise machen muessen. Als ich abends in meinem Zimmer meinen Rucksack oeffnete, sah ich, dass mein Kulturbeutel und mein Seidenschlafsack fehlten. Sogar die Plastiktuete mit meiner Dreckwaesche war weg. Auf der Busfahrt von Medan nach Berastagi hat sich derjenige, der das Geld kassiert wohl waerend der Fahrt meine Rucksack genauer angeschaut. Der war mit all dem anderen Gepaeck der Passagiere auf dem Dach, dass dort aber der Kassierer rumturnt ist normal, wenn unten im Bus kein Platz mehr ist. Er hat aber zum Glueck nur die Regenhuelle runter, Rucksack auf, die erste Schicht raus, und dann wieder alles zugemacht. So konnte ich beim Ausladen noch nicht sehen, dass was fehlt. Aber nichts, was man nicht ersetzen koennte. Am aergerlichsten ist der Verlust meine Malaria-Tabletten, die recht teuer sind. Aber ich werd hier schon andere Tabletten finden. Das wichtigste ist, dass die wichtigen Dokumente da sind, und ich mir von so einem Futzi bestimmt nicht meine Reise versauen lasse. Ist eigentlich schon ueberfaellig gewesen, dass was schlimmeres passiert
Heute auf der Polizei wars dann noch ne Geschichte fuer sich, wies da zu geht. Als ich ankam haben einige nicht Uniformierte Polizisten ne Art Aerobic zu lauter Musik gemacht. Wie im Sportclub. Am Ende hatte ich dann mein Protokol, den Dieb wird man vermutlich nie fassen, weil sich auch keiner darum kuemmern wird. Ich bin wohl nicht der erste, dem sowas passiert. Aber hier kann ich meinen Spitznamen ?Robin Hood?, den ich in Kuala Lumpur von einem Strassenhaendler bekam, alle Ehre machen, und von mir selbst nehmen (lassen) und den Armen geben.
Es kann ne Weile dauern, bis ich wieder Internetzugang habe. Macht Euch aber keine Sorgen ? Sumatra und Indonesien ist viel sicherer als sein Ruf. Ihr hoert von mir.
Gruss,
ro
Drei Wochen Malaysia schon zu Ende
Seit meinem letzen Eintrag bin ich einiges rumgekommen. Das Wetter hat gluecklicherweise gehalten, so dass unsere Tour zu den Teeplantagen trocken verlief, auch wenn wir vom hoechsten Berg (2000m) leider keinerlei Aussicht hatten, weil alles wolkenverhangen war. Da oben wars dann auch mal wieder richtig kalt, zumindest im Vergleich zum Wetter an der Kueste.
Nun bin ich (wieder) in Penang angekommen, und werde morgen nach Sumatra fahren. Eigentlich war das schon vor 3 Tagen geplant, aber ich hab das Wochenende erwischt, d.h. ich musste 3 Tage auf die Ausstellung meines Visas fuer Indonesien warten. Da die Stadt Georgetown nicht wirklich interessant ist (bis darauf, dass hier die erste europaeische Siedlung in Asien durch die Briten errichtet wurde), habe ich gestern noch einen Kurztrip auf eine weitere Insel gemacht, um einen Tag an einem weissen Strand in der Sonne zu liegen.
Dank des warmen Wetters habe ich meine erste ernsthafte Erkaeltung wieder auskuriert, und kann mich nun in das Abenteuer Sumatra stuerzen...
ro